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Matthias Schwindt

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Im Test: Foolography Bluetooth GPS Empfänger Unleashed für Nikon DSLR

26 Mai 2010
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Bereits auf der photokina Messe im Jahre 2008 konnte ich den Prototypen des Unleashed Geotaggers begutachten. Im Vergleich zum damals noch aktuellen Adapterkabel eine tolle Lösung für internes Geotagging. Die Signale von einem Bluetooth GPS Empfänger erreichen die tauglichen Nikon und Fuji Kameras drahtlos und werden direkt in der Kamera in die Exif-Daten integriert. Jetzt habe ich hier ein Testgerät und die Möglichkeit das System auf Herz und Nieren zu testen und auf die Standardrunde für Geotagging-Systeme zu schicken.

Der volle Name des von der deutschen Firma foolography hergestellten Geotaggers lautet Unleashed D200+. Wie der Produktname schon andeutet ist das Modul kompatibel zu Nikon Kameras D200 und aufwärts. (Nikon D200, D300, D300s, D700, D2X, D2Xs, D2Hs, D3, D3X, D3s und Fuji S5 Pro)

Beim öffnen der Verpackung kam mir als erstes dieser Gedanke in den Kopf: "Willst du mein Geotagger werden?" Schließlich wird das kleine Modul in einem edlen schwarzen Schmuckkästchen geliefert.

Den Nachbau des Unleashed aus Fern-Ost (AK-4N) hatte ich bereits getestet. Deshalb hier immer wieder der ein oder andere Hinweise auf die Unterschiede zwischen beiden Geräten.

Die geringere Größe des Unleashed, im Gegensatz zum AK-4N, ist hervorragend. Was hier ein paar Millimeter ausmachen. Man kommt an alle Tasten und Schalter problemlos ran. Im normalen Betrieb merkt man überhaupt nicht, dass ein Zusatzmodul eingesteckt ist.

Der Original Unleashed verfügt zudem über eine Indoor-Lock Funktion. Das bedeutet, dass die zuletzt bestimmte Position max. 30 Minuten gespeichert wird. Somit können auch Bilder in Gebäuden zumindest einigermaßen gut mit Geodaten vom Eingang versehen werden. Hilft auch sehr bei kurzen GPS Unterbrechungen in Häuserschluchten oder in dichten Wäldern.

Bei Nachbau und Original ist die Fernauslöserbuchse gleich. Über eine Klinkenbuchse können Canon kompatible Auslöser angeschlossen werden. Vorhandene Systeme mit 10-poligem Stecker funktionieren nicht gleichzeitig mit Geotagging.

Eine im Unleashed eingebaute LED informiert über den aktuellen Status. Und davon gibt es einige. Genauer informiert hier die ordentlich gemachte Bedienungsanleitung welche in deutsch und englisch vorhanden ist.

Der Stromverbrauch ist extem niedrig. Die Akkulaufzeit während der Tests bewegte sich im normalen Rahmen, welche ich von der D300 gewohnt bin.

Ein Kameraseitiges Problem tritt auch hier auf, sobald man die Kamera direkt aus dem Ruhezustand für einen Schnappschuss auslöst. Dann hat die Kamera noch keine Verbindung hergestellt und das Bild bleibt ohne Geodaten obwohl GPS Empfang besteht. Diese Verzögerung liegt im gefühlten Bereich von unter einer Sekunde.

Technische Daten:
  • Größe: 18.5 mm x 13 mm x 11 mm
  • Gewicht: 5g
  • Reichweite: >10 Meter
  • Bluetooth® 2.0 Core Specification
  • Betriebstemperatur: -40°C to 85°C
  • Preis: ca. 200 €
Bluetooth GPS Empfänger

Auch bei diesem Tagger ist es mit dem Kauf des kameraseitigen Empfängers nicht getan. Man benötigt auch einen GPS Empfänger welcher die empfangenen Satellitendaten per Bluetooth weiter sendet. Ich habe dazu eine Fortuna Clip-On GPS Bluetooth Maus verwendet. Ein Nachteil von zwei unabhängigen Systemen sind zwei separate Stromquellen. Als Nutzer muss man nun sowohl den Akku der Kamera als auch den Akku des GPS Empfängers überwachen. Bei der Kamera ist das kein Problem, da gewohnt. Aber beim Logger, welcher normalerweise in einer Tasche verstaut ist, kann das schon problematischer werden.
Foolography bietet neben dem einzelnen Empfänger auch Sets bestehend aus Unleashed Modul und Bluetooth GPS an. Diese Sets sind dann bereits gekoppelt und können sofort verwendet werden. Der Aufpreis hiefür beträgt 75€.

Verbinden von Nikon D300, Unleashed und Fortuna Clip-On:

Das Unleashed in die 10-pin Buchse der Kamera stecken. Das war´s mit mechanischer Kopplung. Nicht ganz. Wer möchte kann eine zusätzliche Sicherungsleine am Bluetooth-Modul befestigen und mit dem Kameragurt verbinden. So ist es optimal gegen Verlieren gesichert. Es sitzt zwar deutlich fester als der Billig-Nachbau (Der mir rausgerutscht ist) aber sicher-ist-sicher.
Das Koppeln der Bluetooth Geräte gestaltet sich etwas aufwändiger als beim Nachbau, dafür hält man sich hier an die Bluetooth Spezifikation. Und es hat einen weiteren Vorteil: Sofern sich später mehrere Bluetooth GPS Empfänger in Empfangsreichweite befinden wählt das Unleashed immer "sein" GPS.

GPS Einstellungen an der D300

Im System-Menü steht der Menüpunkt GPS zur Auswahl.
Nikon D300 GPS Ruhezustand
Nikon D300 GPS Ruhezustand
Über Ruhezustand kann entschieden werden, ob der Belichtungsmesser wie immer nach der eingestellten Zeit in den Ruhezustand gehen soll (ON) um Strom zu sparen oder ob bei GPS Empfang dieser Ruhezustand deaktiviert bleiben soll (OFF). Sinn macht Ruhezustand meiner Meinung nach nur, wenn es sich um ein direkt angeschlossenes GPS Gerät handelt welches den GPS Empfang unterbricht sobald der Ruhezustand eintritt. Die Bluetooth GPS Maus empfängt ja bei dieser Kombination selbst bei ausgeschalteter Kamera weiterhin Satellitendaten. In sofern muss nach einem Neustart (Egal ob aus dem Ruhezustand oder ausgeschaltetem Zustand) nur die BT Funkverbindung neu aufgebaut werden. Der langwierige GPS Fix entfällt.
Einstellungsempfehlung: Ruhezustand ON
Nikon D300 Position
Nikon D300 Position
Ein weiterer Menüpunkt ist Position. Dieser ist nur bei angeschlossenem GPS Empfänger aktiv. Hier werden Breitengrad, Längengrad, Höhe, Kompasspeilung und UTC (Weltzeit) angezeigt.

Auf einen Kompass hat auch foolography verzichtet. Deshalb bleibt das Feld Peilung leer. Eine Verbesserung für die nächste Version?!

Testrunde

Auf der Testrunde diente wieder der Fortuna Clip-On GPS Bluetooth Empfänger als Partner. Auch hier konnte kein Track aufgezeichnet werden. Deshalb auch kein Garmin Referenztrack. Die Qualität der Positionen soll nicht zur Qualitätsbeurteilung des Unleashed herangezogen werden. Die Positionsgenauigkeit hängt nur am GPS Empfänger ab.

Die Arbeitsweise der Indoor Funktion erkennt man am besten bei dem Bild aus der Tiefgarage. Die Position ist nahe der Einfahrt angegeben. Das nächste Bild zeigt schon wieder auf die Ausfahrt. Hier wurde schon wieder der aktuelle Wert verwendet.

Vorteile des Unleashed:
  • Keine Nacharbeit am Computer
  • Keine Gefahr für die Bilddaten. Der Eintrag geschieht 100% nach den Spezifikationen von Nikon
  • Abweichungen zwischen GPS Zeit und Kamerazeit spielen keine Rolle
  • kein merklicher Mehrverbrauch an Strom
  • Letzte bekannte Position wird gespeichert (Indoor-Funktion)
Nachteile des Unleashed:
  • Zusätzlich wird ein Bluetooth GPS Empfänger benötigt. Aufpreis ca. 40-75€
  • Zusätzlich zu überwachender Akku des GPS Empfängers
  • Kein Track für zusätzliche Präsentationsoptionen
  • Bestehende Kabelauslöser können nicht verwendet werden
Fazit:

Das Original Bluetooth Geotagging Modul "Made in Germany" schlägt den Billig-Nachbau um Längen. Es ist kleiner; nicht viel, aber entscheidend. Es sitzt deutlich fester und kann zusätzlich gesichert werden. Das Bluetooth pairing ist zwar etwas aufwändiger aber sicherer im späteren Einsatz. 200 Euro plus GPS Maus sind ein stolzer Preis. Ob man ein System zum direkten Geotagging verwenden will, muss jeder selbst wissen. Wenn man sich gegen nachträgliches Geotagging und für eine interne Bluetooth Lösung entschieden hat, ist das "Entfesselt" (Unleashed) mit Sicherheit eine hervorragende Wahl.

Hi und Danke für den Test. Gerade die Unterschiede zum AK-4N sind interessant. Dazu eine Frage: Bezieht sich die Aussage "Bestehende Kabelauslöser können nicht verwendet werden" nur auf die blockierte Buchse oder würde dies auch mit einem 10-Pol-Y-Kabel nicht klappen?
@Tim:Es ist die blockierte Buchse gemeint.Ich habe zwar noch kein Y-Kabel gesehen. Das wäre aber auch nicht so toll, da dann wieder viel Kabelsalat rumhängen würde. Das schöne an dem Modul ist ja, dass es so gut wie nicht auffällt und stört.
Hallo,danke für den Vergleichstest !Der neue AK-4NII bietet gegenüber seinem Vorgänger doch ein paar sinnvolle Nachbesserungen. Er speichert nun ebenfalls wie der Unleashed D200+ die letzte bekannte Position vor dem Betreten eines Gebäudes und er besitzt  eine kleine Trageschlaufe mit der man doch evtl. das Gerät gegen Verlust sichern kann. Das ebenfalls beim Vorgänger nicht vorhandene Bluetooth pairing scheint nun auch zu funktionieren.Dabei darf man allerdings nicht ganz übersehen, dass der AK-4NII ca. 100 € kostet und der D200+ mit ~ 200€ immerhin das Doppelte. Da kann ich mit dem Manko der etwas größeren Abmessungen durchaus leben.GrußJürgen 

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