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Im Test: Solmeta Geotagger Pro für Nikon DSLR

29 April 2010
Teaserbild zur News
Mit dem Solmeta Geotagger Pro tritt ein Geotagging Modul zum Test an, welches nahezu alles können soll. Hauptfunktion natürlich Fotos direkt in der Kamera mit Geodaten versehen. Dazu loggen der Wegstecke, bestimmung der Blickrichtung sowie Indoor Funktion. Also praktische alles was man als fortgeschrittener Nutzer von Foto-Geocoding verlangt. Wie schlägt sich der Überflieger in der Praxis?

Der Solmeta Geotagger Pro wird in Deutschland exklusiv von der Firma MBK vertrieben. Von dort stammt auch mein Testgerät, welches mir freundlicherweise zur Verfügung gestellt wurde.

Technische Daten des Solmeta Geotagger Pro:
  • GPS Chipsatz: SiRF Star III
  • Stromversorgung: Über Kameraakku oder interner Li-Ion Akku
  • Display: ja, monochrom
  • Wegpunkttaste: nein
  • Logspeicher: 4 MB intern (60.000 Wegpunkte)
  • Aufzeichnungsdauer bei 1 Wegpunkt alle 5s: 83h (bei 8h pro Tag ~10 Tage)
  • Gewicht (betriebsbereit): 50g
  • Größe: 56mm x 36mm x 19mm
  • Packungsinhalt: Logger, Kabel zur Kamera, USB Kabel, Clip für Kameragurt, Software CD und Transporttasche
  • Preis: Straßenpreis von ca. 280 €
Der Solmeta Geotagger Pro:

Geliefert wird der Logger in einer schicken Kartonverpackung mit Magnetverschluss. Zusätzlich gibt es für den Logger selbst ein Stofftäschchen als Schutz für unterwegs. Der Logger selbst wirkt sehr hochwertig. Überzogen mit edlem Softlack. Die Tasten könnten einen genaueren Druckpunkt haben, sind aber OK.

Eine wichtige Funktion bei internen Geotaggern, welche systembedingt nicht über die nachträgliche Möglichkeit der Interpolation verfügen ist eine Indoor Funktion. Damit sind auch Positionsdaten möglich, wenn kein GPS Empfang besteht. In Museen kann etwa die letzte empfangene Position vom Eingang verwendet werden. Der Solmeta Geotagger Pro verfügt über solch eine Funktion. Leider ist diese entgegen der Beschreibung standardmäßig deaktiviert und muss etwa nach einem Reset wieder eingeschaltet werden.

Bevor es losgehen kann, muss der Logger-interne Akku aufgeladen werden. Dieser stellt sicher, dass auch ohne Kamera eine Logfunktion möglich ist. Geladen wird über das mitgelieferte USB Kabel. Stromlieferanten können Computer oder externe USB Ladegeräte sein.

Montage und Einrichtung:

Je nach vorhandenem Kameramodell liegt ein passendes Kabel bei. Für die Mittelklasse Nikons wie die D300 benötigt man den 10-pin Anschluss. Das Kabel wird in die Zubehörbuchse gesteckt und kann per Überwurfmutter gegen herausrutschen gesichert werden.

 

Der Logger selbst wird auf den Blitzschuh geschoben. Eine arretierung etwa über ein Rändelrad erfolgt nicht. Die Montage auf dem Blitzschuh ist nicht zwingend. Auch mit Blitz ist GPS Empfang möglich. Ein Clip für den Trageriemen liegt bei. Damit kann der Logger etwa während dem Blitzbetrieb vom Blitzanschluss entfernt befestigt werden. Der Kompass liefert dann allerdings keine vernünftigen Ergebnisse mehr.

Der Anschluss des Loggers soll wie bei jedem externen Zubehör bei ausgeschalteter Kamera erfolgen. Die Reihenfolge des Einschaltens von Kamera und GPS ist frei wählbar.

Kompass und Kompass-Kalibrierung

Da sich der Logger bei Verwendung auf dem Blitzschuh in fest definierter Lage befindet, ist es möglich mit einem Kompass die Blickrichtung der Kamera zu bestimmen und im Bild abzuspeichern. Nikon Kameras (außer der D200) unterstützen die Speicherung der Drehung um die Hochachse (Gieren) Der Geotagger bestimmt durch seinen 3-achsen Kompass auch Nick- und Rollwinkel. Diese können aber nicht im Bild abgespeichert werden. Auf dem Display erfolgt aber eine Anzeige.

Um möglichst gute Werte für die Blickrichtung zu erhalten muss der elektronische 3-achsen-Kompass kalibriert werden. Metallische Objekte wie Kameragehäuse oder Objektive haben Einfluss auf die Messung des Magnetfeldes. Durch unterschiedlich große Objektive kann dies auch beeinflusst werden. Deshalb wird nach einem Objektivwechsel eine Neuausrichtung empfohlen.

Die Prozedur empfand ich als sehr aufwändig. Nach langem Druck einer Taste muss die Kamera möglichst waagerecht 360° im Uhrzeigersinn um die Hochachse gedreht werden. Diese Drehung soll gleichmäßig und langsam innerhalb von 30 Sekunden erfolgen. Anschließend noch eine Drehung um die Querachse welche ebenfalls 30 s dauern soll.

Auf die Kompensation der Kompass-Missweisung habe ich immer verzichtet. Die Kalibrierung ist auch so schon aufwändig genug und mehrfach gescheitert.

Dies ist bis jetzt DIE Schwachstelle am Solmeta. Das Kompass kalibrieren brachte mich fast zum verzweifeln. Selbst nach drei Anläufen hat die Richtung nicht gepasst. Und auch danach gab es mehr falsche Richtungsangaben in den Bildern als korrekte. Hier ein Beispiel. Am Straßenrand einmal in die eine Richtung, einmal 180° gedreht. Beide Blickwinkel zeigen in GeoSetter dargestellt in ähnliche Richtungen.

 

Kompass Test Kartenansicht
Kompass Test Kartenansicht

Interner GPS Logger

Um den zurückgelegten Weg aufzuzeichnen besitzt der Logger 4MB internen Speicher. In den technischen Daten steht zwar etwas von 8MB; die Software zum auslesen der Daten zeigt nach dem Löschen aber nur 4MB an. Nützlich ist der aufgezeichnete Weg beispielsweise für Bildpräsentationen wie sie im Geotagging Buch gezeigt werden.

Eingeschaltet wird die Funktion über Tastenkombinationen. Dabei kann gleichzeitig ein Aufzeichnungsintervall eingestellt werden. Zur Auswahl stehen 5s, 10s, 15s, 30s, 1min, 2min, 5min, 10min, 20min oder 30min.

Über die Anzeige von CON im LC Display wird aktivierte Aufzeichnung signalisiert.

Gespeicherte Bildinformationen

Vom Solmeta Geotagger werden folgende Daten direkt im Bild gespeichert:

  • Längengrad
  • Breitengrad
  • Höhe
  • Aufnahmerichtung
  • GPS Zeit und Datum

Hier ein Ausschnitt der Exif-Daten, gelesen mit GeoSetter:

Exif-Daten Solmeta Geotagger Pro
Exif-Daten Solmeta Geotagger Pro

Auslesen des Loggers

Zum Auslesen des Loggers wird ein Windows PC benötigt. Treiber liegen für Windows 2000, XP und Win7 auf CD bei. Über das Tool Solmeta Utility kann der Logger ausgelesen und gelöscht werden. Auch die Firmware kann mit diesem Tool aktualisiert werden.

Zu erst muss der passende Treiber installiert werden. Dabei handelt es sich eigentlich nicht um einen Treiber sondern um einen virtuellen COM Port für USB. Die Solmeta Utility Software wird ohne Installation ausgeführt und ist von der Oberfläche her spartanisch gehalten.

Jetzt macht sich der Sonder-Stecker bemerkbar. Verbindung zum PC klappt nicht mit Mini- oder Micro-USB Kabel. Also noch ein Kabel auf dem Schreibtisch. Nach dem Verbinden wählt man ein Verzeichnis und startet den Download über Auslesen. Den Speicher des Loggers kann man über GPS-Logger leeren löschen.

Solmeta Utility Screenshot
Solmeta Utility

Die ausgelesenen Daten liegen anschließend in einer TXT Datei im NMEA Format vor. Dieses Format kann von gängigen Tools wie etwa TTQV, RouteConverter oder GeoSetter problemlos verwendet werden. Google Earth öffnet es aber nicht direkt. Hier ist eine Umwandlung etwa in KML oder GPX notwendig.

Testfahrt

Auf dem Weg zum Startpunkt erfolgte ein zügiger Satellitenfix. Dort angekommen wurde der Kompass kalibriert. Der Ruhezustand der Nikon D300 war zu Beginn der Fahrt auf ON geschaltet. Am Unterschleißheimer See wurde auf OFF umgeschaltet, somit blieb der Belichtungsmesser aktiv.

Dabei fällt auf, dass trotz ausgeschaltetem Belichtungsmesser die Aufzeichnung des Loggers wie erwartet weiterläuft. Reißt man allerdings die Kamera aus dem Ruhezustand und macht sofort einen Schnappschuss, werden keine Geodaten im Bild gespeichert. Die Verbindung zum GPS dauert Kameraintern etwas. Also entweder warten bis das GPS Symbol erscheint (unter 1s) oder den Ruhezustand deaktivieren. Dann gelingen auch Schnappschüsse.

Aufgezeichnete Strecke mit georeferenzierten Bildern:

Das Aufzeichnungsintervall von 10s ergiebt ein gröberes Bild. Auffällig ist die fehlende Aufzeichnung in der Nord-West-Ecke der Testrunde.

Vorteile des Solmeta Geotagger Pro:
  • Keine Nachträgliche Arbeit mit der Zuweisung der Geopositionen
  • Kein Risiko für die Bilddaten
  • Geotaggen von JPG, NEF und TIF Bildern
  • Kabel zwischen Logger und Kamera kann bei Kamerawechsel getauscht werden.
Nachteile des Solmeta Geotagger Pro:
  • Sehr umständliche Kalibrierung des Kompasses
  • Trotz kalibriertem Kompass sehr viele Bilder mit falscher Blickrichtung
  • Kleiner Speicher für Trackaufzeichnung
  • Spezialstecker am Logger. Kein Standard Mini- oder Micro-USB Stecker.
  • Hoher Preis
Fazit:

Von den erhältlichen Modulen für internes Geotagging an Nikon Spiegelreflexkameras mit Sicherheit eines der besten Geräte auf dem Markt. Die Kompassfunktion finde ich fast nicht verwendbar. Die Kalibrierung ist zu aufwändig und schlägt zu oft fehl. Und selbst dann werden zu viele falsche Blickrichtungen aufgezeichnet. Der Logspeicher ist etwas klein geraten. Verdoppelung auf 8MB wie in den technischen Daten angegeben sollte Besserung bringen. Die beste Lösung wäre ein microSD Slot für externe Karten. Dort sollte dann aber statt im NMEA Format im Standard GPX Format gespeichert werden.

Für Fotofreunde, die keine Nacharbeit am PC mit Geotagging verbringen wollen und auf die Blickrichtung verzichten können sicher ein super Geotagger, wenn auch zu einem hohen Preis.

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